Ist die Kartoffel ein Gemüse?
Ja, die Kartoffeln zählen zu den Knollengemüsen. Hierzu zählen alle Gemüsearten, deren unterirdischen Knollen essbar sind. Bei den Botanikern jedoch zählt die Kartoffel zu den Nachtschattengewächsen und ist damit in einer gemeinsamen Gruppe mit Tomaten und Auberginen. Laut Ernährungswissenschaftlern wird die Knolle in der Kohlenhydratreichen Getreidegruppe zusammen mit Nudeln und Reis aufgeführt.
Kartoffeln: Das Lebensmittel für Selbstversorger
Kartoffeln nehmen nicht ohne Grund - nach Mais, Weizen und Reis - weltweit den vierten Platz unter den Grundnahrungsmitteln ein. Ihr Reichtum an Aromen, Formen und Farben ist enorm. Allein hierzulande werden jährlich 11 Millionen Tonnen und mehr als 360 Sorten angebaut. Dies macht fast 20 Prozent der europäischen Ernte aus, sodass Deutschland zu den zehn größten Kartoffelerzeugern der Welt zählt.
Kartoffeln anzubauen, lohnt sich für alle Selbstversorger, sowohl unter ökonomischen als auch unter ökologischen Gesichtspunkten, denn sie sind sehr genügsame Pflanzen. Sie wachsen auch auf steinigen, nährstoffarmen Böden und sind äußerst sparsam im Wasserverbrauch. Zum Vergleich: Im weltweiten Schnitt benötigt man 1.400 Liter Wasser, um ein Kilo Weizen zu ernten, 2.500 Liter für ein Kilo Reis und fast 17.000 Liter Wasser, um ein Kilo Rindfleisch zu erzeugen. Für die gleiche Menge Kartoffeln braucht man nur 130 Liter Wasser. Daher eignen sich Kartoffeln besonders für den Anbau im eigenen Garten.
Welches Vitamin ist in Kartoffeln enthalten?
Auch in Sachen Inhaltsstoffen können Erdäpfel trumpfen. Eine durchschnittliche Speisekartoffel besteht zu fast 78 Prozent aus Wasser, enthält praktisch kein Fett, macht satt und hat trotzdem verhältnismäßig nur wenige Kalorien. Stattdessen verfügt sie über viele Ballaststoffe, Mineralstoffe und Vitamine – und enthält mit 17 Milligramm pro 100 Gramm sogar mehr Vitamin C als ein durchschnittlicher Apfel vom Baum.
Wann hat die Kartoffel Saison in Deutschland?
Kartoffeln sind in Deutschland im Herbst aus heimischem Anbau verfügbar. Die Erntezeit von Kartoffeln liegt dabei zwischen Juli und Oktober. Danach werden Deutsche Kartoffeln eingelagert und sind damit 300 Tagen im Jahr problemlos genießbar - mit mehr Toleranz für kleine, krumme oder schrumpelige Gesellen, sogar das ganze Jahr. Trotz allem nehmen Kartoffeln jedes Frühjahr einen langen Transportweg auf sich und werden zum Beispiel aus Spanien, Israel oder Ägypten, somit teils von fernen Ländern und Orten, wo es ohnehin wenig Wasser für den Anbau gibt, nach Deutschland importiert.
Kann man Kartoffeln richtig lagern ohne Keller?
Die richtige Lagerung der Kartoffeln sorgt für eine lange Haltbarkeit der Knollen. Die ideale Lagerung erfolgt in einem trockenen, aber luftigen Keller. Eine gute Lagerung kann auch durch das Beachten folgender Punkte erreicht werden:
- Dunkel lagern
- Temperatur zwischen 4°C – 8°C
- Trocken und luftig
- Schlechte Kartoffeln sofort entfernen
Warum Kartoffeln ins kalte Wasser legen?
Wie auch anderes Gemüse schrumpeln Kartoffeln durch den Wasserverlust im Laufe der Lagerung. Solange die Knollen nicht faulen oder keimen, ist dies jedoch kein Problem. Vor dem Kochen legt man die „Schrumpelchen“ einfach eine Weile in kaltes Wasser, dann lassen sie sich besser schälen. Oder man entscheidet sich direkt für Pellkartoffeln, die man ja ohnehin erst nach dem Kochen von der Pelle befreit.
Wer brachte die Kartoffel nach Deutschland?
Die Herkunft der Kartoffel liegt in Südamerika, wo sie auch heute noch in den Anden weit verbreitet ist. Nachdem Kolumbus Amerika entdeckt hatte, brachten Seeleute die Knolle nach Europa. Die Europäer konnten zunächst nichts mit der Kartoffel anfangen und benutzten die weiß-lila Blüten ausschließlich als Zierpflanzen.
Im 17. Jahrhundert wurde die Pflanze als Zierpflanze auch in Deutschland angepflanzt. Für die Verbreitung setzte sich der König Friedrich II. von Preußen ein. Er forderte die Bauern dazu auf die Kartoffeln anzubauen. Die Skepsis der Bauer überlistete er, in dem er die Knolle von Soldaten bewachen ließ dies suggerierte, wie wertvoll die Knolle ist. Das regte die Bauern dazu an die Knolle zu stehlen und diese zu essen. Die Bauern erkannten ihren Wert und sie wurde ein Grundnahrungsmittel, welches bis heute in den Deutschenküchen sehr beliebt ist.
Kartoffeln: Ein Alleskönner in der Küche
Ob gedämpft, in Scheiben gebacken, in Stäbchen frittiert oder cremig püriert, durch die unzähligen Zubereitungsarten, kommt wohl niemand an den tollen Knollen vorbei.
Für viele Menschen sind Kartoffeln meist unverzichtbarer Bestandteil der Hauptmahlzeiten, wichtiges Grundnahrungsmittel und auch ein Stück Tradition. Und doch ist der Kartoffelverzehr in Deutschland seit vielen Jahren rückläufig. Während der Deutsche in den 1950er Jahren noch rund 180 Kilogramm Kartoffeln und Kartoffelerzeugnisse pro Jahr verspeiste, sind es heutzutage weniger als 60 Kilogramm. Vor allem die jüngere Generation hat oft Vorurteile gegenüber Kartoffeln und bevorzugt eher Pasta oder Reis. Der Faktor Zeit spielt hier eine große Rolle, denn viele Leute haben zwar Spaß am Kochen, möchten sich aber Mehrarbeit wie Schälen oder lange Kochzeiten sparen. Sogenannte Convenience Produkte in Form von geschälten, vor- oder fertiggegarten Kartoffelerzeugnissen (z.B. tiefgekühlte Pommes Frites, Rösti, Kroketten) schaffen hier seit vielen Jahren Abhilfe für bequeme Köche und genügsame Esser.
Fazit: Entdecke die Kartoffeln neu
Es gibt zahlreiche gute Gründe, Kartoffeln häufiger selbst zuzubereiten und zu essen. Aber der beste Grund ist immer noch, weil es schmeckt! Und, auch in Kombination mit Nudeln! Das wissen nicht nur die Schwaben!